Wiedereinstieg ins Training: Warum dein erstes Training entspannt sein darf (und sollte)

Gruppe beim Training mit Kettlebell in der Hand.

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bahu – die Bewegungsschule in Emsdetten

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Zwischen Euphorie und Selbstanspruch

Es ist Januar. Die Kurse sind voll. Manche Gesichter kenne ich seit Jahren – die eiserne Truppe, für die auch eine Weihnachtspause kein Drama war. Und dann gibt es die anderen: Menschen, die nach längerer Zeit wieder da sind. Oder ganz neu anfangen. Und rate mal, was die meisten von ihnen beim ersten Training machen wollen?

Richtig: Alles geben. Sich beweisen. Zeigen, was geht. Klingt motiviert, oder? Ist es auch. Nur leider ist es gleichzeitig einer der sichersten Wege, um nicht in eine nachhaltige Trainingsroutine zu finden.

Wenn das Ego lauter schreit als der Körper

Ich verstehe das total. Du kommst ins Training, du bist vielleicht ein bisschen nervös, willst dich nicht blamieren, willst zeigen, dass du mithalten kannst. Vielleicht hast du auch einfach Bock, endlich wieder loszulegen und denkst: „Jetzt aber richtig!“ Das Problem: Dein Körper denkt anders.

Wenn du nach einer Pause, egal ob zwei Wochen oder zwei Jahre, direkt Vollgas gibst, passiert meistens Folgendes: Du gehst aus dem Training raus und denkst erst mal: „Geil, ich hab’s geschafft!“ Aber zwei Tage später kannst du kaum noch laufen. Jede Treppe wird zur Herausforderung. Jede Bewegung tut weh. Und genau das ist das Problem.

Dein Nervensystem speichert Schmerz als Warnsignal

Alles, was deinem Körper wehtut, speichert dein Nervensystem als gefährlich ab. Das ist evolutionär total sinnvoll, schließlich will dein Körper dich schützen. Aber wenn dein erstes Training mit extremem Muskelkater endet, dann denkt dein Körper nicht: „Wow, das war produktiv!“ Sondern eher: „Alter, was tut die/der mir da an? Das ist ja richtig unangenehm für mich die Tage danach.“

Und dann überlegt sich dein Körper drei Mal, ob er das Training dauerhaft gut finden soll. Oder eben nicht. Das Ergebnis? Du findest schwerer in eine Routine. Du kommst unregelmäßiger. Vielleicht hörst du sogar wieder auf, bevor es richtig angefangen hat. Nicht, weil du keine Lust hast, sondern weil dein System auf Abwehr geschaltet hat. (Falls dich das Thema interessiert, lies gerne auch meinen Artikel darüber, wenn Sport Stress verursacht. Da geht’s genau um diese Dynamik.)

Gruppe macht eine Bauchmuskelübung im Vierfußstand.

Bänder, Sehnen, Muskeln: Die brauchen Zeit

Und dann ist da noch die rein physiologische Ebene. Deine Muskeln können sich relativ schnell an Belastung anpassen – aber Sehnen und Bänder brauchen deutlich länger. Die können nicht von 0 auf 100. Die brauchen Zeit, um sich wieder an Zug, Druck und Bewegung zu gewöhnen.

Wenn du zu schnell zu viel machst, überforderst du genau diese Strukturen und das kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern im schlimmsten Fall auch zu Verletzungen führen. Dein Körper ist kein Auto, das du einfach wieder anschmeißt und direkt auf die Autobahn fährst. Er ist ein lebendiges System, das sanft wieder aufgeweckt werden will.

Bei bahu darfst du entspannt starten – wirklich

Deshalb sage ich dir: Dein erstes Training darf entspannt sein. Es darf sich gut anfühlen. Es darf leicht sein. Es darf sogar ein bisschen zu einfach wirken. Das ist nicht nur okay, das ist genau richtig.

Bahu ist ein Raum, in dem du lernst, dich selbst einzuschätzen. Wo du lernst, deine Grenzen zu erkennen und sie dann, ganz natürlich und ohne Druck, zu verschieben. Nicht, weil du dich mit anderen vergleichst. Nicht, weil dein Ego am lautesten schreit. Sondern weil du spürst, dass du bereit bist.

Beim ersten Training geht es ums Ankommen. Ums Schnuppern. Ums Wahrnehmen: Wie fühlt sich das an? Was macht mein Körper gerade? Was tut mir gut? Nicht darum, sofort zu beweisen, wie viel Gewicht du heben kannst.

Training ohne Muskelkater ist kein schwaches Training

Lass dir von niemandem erzählen, dass ein gutes Training wehtun muss. Dass du nur dann „richtig trainiert“ hast, wenn du danach kaum noch gehen kannst. Das ist Quatsch.

Ein gutes Training ist eins, nach dem du dich besser fühlst. Eins, das dein Körper als positiv abspeichert. Eins, zu dem du gerne wiederkommst. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es dir guttut. Und genau das ist der Weg in eine nachhaltige Trainingsroutine.

Frau nach Yogaklasse in liegender Meditation.

Also: Nimm den Druck raus

Wenn du gerade überlegst, (wieder) mit Training anzufangen, oder wenn du nach einer Pause zurückkommst: Sei nett zu dir.

Fang entspannt an. Taste dich ran. Hör auf deinen Körper, nicht auf dein Ego.

Du musst niemandem etwas beweisen! Schon gar nicht beim ersten Training.

Wie ist es bei dir?

Und jetzt mal ehrlich: Kennst du das auch? Diesen inneren Druck beim Wiedereinstieg direkt alles geben zu wollen? Schreib’s mir gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, wie es dir damit geht.

Bewegte & sonnige Grüße, 

Lena 

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