Schmerzen beim Sport: Lern, den Mund aufzumachen

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Warum du im Training lernen musst, den Mund aufzumachen

Schmerzen beim Sport sind oft kein Zufall. Und sie verschwinden auch nicht einfach, wenn man einfach weitermacht wie bisher.

Was ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte: Viele Menschen kommen zum Training, machen brav die Übungen – und sagen nichts. Nicht, dass es irgendwo zieht. Nicht, dass sich eine Bewegung komisch anfühlt. Nicht, dass sie schon seit Wochen denselben Schmerz haben, der einfach nicht weggehen will.

Und genau da liegt oft das Problem.

Ein Training ist nur so gut wie die Kommunikation darin

Ich sage das immer wieder, und ich meine es ernst: Ein Training ist nur so gut wie die Kommunikation zwischen dir und mir.

Wenn du mir nicht sagst, was du gerade spürst – wo es zieht, wo es wehtut, wo sich etwas falsch anfühlt – dann kann ich nur raten. Und raten ist nicht das, wofür du ins Training kommst.

Ohne diese Information bleibe ich an der Oberfläche. Ich gebe Ansagen, die vielleicht für die meisten passen. Aber vielleicht nicht für dich. Und dann passiert das, was so viele kennen: Man trainiert fleißig, macht alles „richtig“ – und kommt trotzdem nicht weiter. Oder der Schmerz bleibt.

Was Kommunikation im Training wirklich bewirkt

Wenn ich weiß, wo deine Baustellen sind, verändert sich das Training grundlegend.

Dann kann ich spezifischer werden. Dann kann ich gezielt auf dich eingehen und sagen: „Mach das heute so – achte besonders hier und da drauf.“ Dann entsteht Raum, um wirklich aus alten Mustern rauszutreten.

Denn genau das ist der Kern: Schmerzen beim Sport entstehen oft nicht durch zu wenig Training, sondern durch zu viel von demselben. Durch Muster, die sich wiederholen. Durch Bewegungsgewohnheiten, die der Körper schon so lange kennt, dass er gar nicht mehr auf andere Ideen kommt.

Um neue Wege zu gehen, braucht das Gehirn neue Reize. Neue Schaltkreise. Neue Verbindungen. Und die entstehen nicht, wenn wir immer wieder dasselbe tun.

Aber funktioniert das auch in der Gruppe?

Das ist eine Frage, die ich oft höre – und die ich total verstehen. Denn auf den ersten Blick klingt individuelle Kommunikation nach Einzeltraining. Nach einem 1:1-Setting, in dem alles auf eine Person zugeschnitten ist.

Aber hier ist, was ich in der Gruppe immer wieder erlebe: Wenn eine Person sagt, dass sich etwas komisch anfühlt, dass es irgendwo zieht oder dass sie sich bei einer Übung unsicher ist – dann ist da meistens mindestens eine weitere Person im Raum, der es genauso geht. Und der Cue, den ich daraufhin gebe, hilft oft nicht nur einer, sondern gleich mehreren.

Das heißt: Kommunikation in der Gruppe wirkt. Nicht trotz der anderen – sondern durch sie.

Dazu kommt noch etwas, das ich für sehr unterschätzt halte: Eine Gruppe reguliert. Wenn mehrere Menschen gemeinsam im Raum sind, gemeinsam atmen, sich gemeinsam bewegen – entsteht automatisch ein co-regulierendes Element. Das Nervensystem nimmt das wahr. Es fühlt sich weniger allein. Sicherer. Und genau diese Sicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper überhaupt bereit ist, etwas Neues zu lernen.

Für alle, die keine guten Gruppenerfahrungen gemacht haben

Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Es gibt Menschen, die mit Gruppen schwierige Erfahrungen verbinden. Vergleiche, die wehtun. Kommentare, die sich eingebrannt haben. Das Gefühl, nicht mitzukommen, zu langsam zu sein, nicht in den Rahmen zu passen.

Ich sage das nicht von oben herab – ich kenne das selbst. Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich in Gruppentrainings nicht gut aufgehoben war. Und genau deshalb ist es mir so wichtig, bei bahu einen Rahmen zu schaffen, in dem sich jeder Mensch sicher fühlen darf.

Einen Raum, in dem es keine Schema-F-Ansagen gibt. In dem nicht verglichen wird. In dem egal ist, ob du gerade total fit bist oder gerade erst anfängst, ob du schon lange auf dem Weg bist oder gerade erst startest. Einen Raum in dem Körperform, Geschlechtsidentität oder Hintergrund keine Rolle spielen – weil es schlicht nicht darum geht.

Es geht darum, dass du so gesehen wirst, wie du gerade kommst.

Trainiere das, was du noch nicht kannst

Das ist vielleicht der Satz, der mich am meisten begleitet – gelernt habe ich ihn von Pauli, die ich an dieser Stelle herzlich in ihr Kopf&Körper Studio nach Hamburg grüße!

Wir brauchen nicht mehr von dem, was wir schon gut können. Wir brauchen mehr von dem, was wir noch nicht können.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Der leichtere Weg ist immer, das zu tun, was sich vertraut anfühlt. Was gut klappt. Was nicht wehtut – zumindest nicht im Moment.

Aber der nachhaltige Weg sieht anders aus. Er bedeutet, genau dort hinzuschauen, wo es noch hakt. Wo der Körper ausweicht. Wo Kompensationen entstehen, die auf Dauer zu Schmerzen führen.

Das ist der schwierigere Weg – keine Frage. Aber es ist der Weg, auf dem der Körper wirklich lernt, sich zu erweitern. Neue Bewegungsqualitäten zu entwickeln. Und vielleicht langfristig schmerzfreier zu werden.

Was das für dich bedeutet

Beim nächsten Training: Sag etwas. Auch wenn es sich kleinlich anfühlt. Auch wenn du denkst, das ist ja nur ein kleines Ziehen, das ist ja nicht so schlimm.

Gerade das „nicht so schlimme“ ist oft der Schlüssel.

Und wenn du das Gefühl hast, Gruppentraining ist nichts für dich – dann lade ich dich ein, das bei bahu einfach mal auszuprobieren. Nicht weil ich verspreche, dass es für jeden passt. Sondern weil ich verspreche, dass ich wirklich hinschaue.

Hast du das Gefühl, du trainierst schon lange und kommst trotzdem nicht weiter? Oder hast du in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen in Gruppen gemacht? Schreib mir gerne – ich freue mich, von dir zu hören.

Bewegte und sonnige Grüße, Lena 

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